Färöer – VÁGAR

Färöer – VÁGAR

Vágar

Wanderung am Sørvágsvatn

Der erste Tag unseres Färöer Urlaubs im Sommer 2018 sollte uns gleich zu ein paar der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Inseln führen.

Die Insel Vágar liegt südwestlich von Streymoy und ist mit dieser über einen Unterseetunnel verbunden. Nachdem auch der einzige Flughafen in der Nähe unserer ersten Wanderung liegt, kannten wir den Weg schon von unserer Anreise am Vortag. Erstes Ziel war der “fliegende See” und die Klippen in seiner Umgebung.

Startpunkt der Wanderung ist der Ort Miðvágur, etwa 40 Autominuten von Tórshavn entfernt.

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Wanderung am SØRVÁGSVATN

Das GPX File der Wanderung gibt es hier als Download:  faroe01.gpx (3 Downloads)

Der Weg ist vor allem zu Beginn leicht zu finden und anfangs auch beschildert.

Der Beginn des Wanderweges zum Bøsdalafossur.

Kurz nach dem Ort erreicht man ein Tor, den eigentlichen Beginn der Wanderung. Es geht über Wiesen und Felsen den Hang entlang. Der Weg ist hier einfach und steigt leicht an, ist jedoch nie steil. Eigentlich braucht man nur den ausgetretenen Pfad Richtung Südwesten zu folgen.

Bei unserer Wanderung war das Wetter zu Beginn eher typisch für die Färöer und das Seeufer das in etwa 400-500 m parallel zum Weg verläuft war nur manchmal kurz durch den Nebel zu erkennen. Die Schafe, unsere ständigen Begleiter für die nächsten Tage waren tief entspannt und ließen sich bereitwillig fotografieren.

Ein gewohnter Anblick.

Nach etwa 3,5 km beginnt der Weg etwas steiler zu werden und man kann auch gut hören warum. Die Wellen des Atlantik die an den über hundert Meter hohen Klippen brechen sind bereits aus einiger Distanz zu vernehmen.

Da der Nebel immer dichter wurde, waren wir dann doch überrascht als wir nach dem kurzen Aufstieg auf einmal vor einem Abgrund standen. Tief unter uns war der Ozean und die durch den Wind getriebenen Nebelschwaden erlaubten dann und wann einen Blick darauf.

Hier geht es fast hundert Meter senkrecht nach unten.

Trotz des im Moment nicht besser werdenden Wetter beschlossen wir bis zum höchsten Punkt der Klippen weiter nach oben zu wandern. In einer Höhe von 142m über dem Meeresspiegel war dann Schluss mit dem Aufstieg und wir legten am Trælanípa eine Pause ein.

Der noch dichter gewordene Nebel verwehrte uns den Blick von ganz oben und wir beschlossen recht schnell weiter zu unserem ersten Highlight zu wandern, auch wenn das Wetter nichts gutes versprach.

Auch mit Nebel lässt sich erahnen wie hoch diese Klippen wirklich sind.

Anstatt zurück zum Wanderweg zu gehen folgten wir der Kante der Klippe in sicherem Abstand in Richtung des Bøsdalafossur.

Dieser Wasserfall verbindet den ca. 60m hoch gelegenen See mit dem Meer. Bei unserer Ankunft versteckte sich auch der Wasserfall im dichten Nebel und wir setzten uns um auf besseres Wetter zu warten. Als wir nach 15 Minuten dann doch weiterzogen bestätigten sich die Gerüchte um das Wetter auf den Färöer. Innerhalb von Sekunden klarte es auf und wir wurden mit wunderschönen Ausblicken auf den Ozean als auch den See belohnt.

Der Wasserfall offenbarte sich uns doch noch.
Plötzlich Sonne 🙂
Nur 500m weiter war der Nebel noch hartnäckig.
Auch der See lies sich erstmals ganz überblicken.

Nachdem wir ausgiebig fotografiert und gefilmt hatten, starteten wir den Rückmarsch. Aufgrund der guten Sicht folgten wir nicht der geplanten Route sondern wanderten entlang des Seeufers.

Da beim Hinweg der Blick von den Klippen nur eingeschränkt möglich war, versuchten wir es nochmal mit einem kurzen Abstecher nach oben zum Trælanípa und wurden nicht enttäuscht.

Der “fliegende See”.

Die Sicht war gut und sowohl See als auch die Klippen ließen sich in einem Bild festhalten.

Unser Blick folgte der Küstenlinie auch in die andere Richtung und in der Ferne lies sich eine weitere Insel ausmachen. Koltur ist die zweitkleinste Insel der Färöer und wird aktuell nur mehr von einer einzigen Person bewohnt. Der Künstler Tróndur Sverri Patursson hat sich für ein Einsiedler Dasein entschieden und seine Kunstwerke sind auf den Färöer allgegenwärtig.

Küstenblick mit Koltur im Hintergrund.

Nach einer weiteren kurzen Pause mit genialer Aussicht stiegen wir wieder hinab zum See und folgten dessen Ufer zurück Richtung Nordosten. Auch hier gibt es an sich gut erkennbare Pfade und das Seeufer bleibt immer in Reichweite. Kurz vor der Ortschaft Miðvágur bogen wir nach rechts ab um wieder auf den ursprünglichen Wanderweg zurück zum Auto zu kommen.

Ein Haus am See…

Gásadalur

Vorbei am Flughafen in Richtung Westen gelangt man nach ca. 20 Minuten Fahrt von Miðvágur nach Gásadalur. Der Ort, aber vor allem der über die Klippen ins Meer stürzende Wasserfall Múlafossur ist das wohl bekannteste Naturschauspiel auf den Färöer.

Wie bereits bei unserer Wanderung an diesem Tag, versteckte sich bei unserer Ankunft die gesamte Landschaft in dichtem Nebel. Nach unseren ersten Erfahrungen mit diesem Wetter gaben wir aber nicht auf und schon nach wenigen Minuten klarte das Wetter auf und wir hatten einen super Blick auf den weltberühmten Wasserfall.

Das Postkartenmotiv Nummer Eins.

Der Ort Gásadalur besteht nur aus wenigen Häusern die idyllisch von den höchsten Bergen auf Vágar und den Klippen zum Atlantik eingerahmt werden. Bis vor wenigen Jahren gab es keine Strasse die den Ort mit dem Rest der Inseln verband. Der übliche Weg in oder aus dem Dörfchen, war ein 400m steiler Pass der zu Fuss bezwungen werden musste. Im zweiten Weltkrieg bauten die Briten eine steile -und mittlerweile gesperrte – Stiege zu einer Anlegestelle unter den Klippen. Ansonsten wurde der Ort hauptsächlich per Hubschrauber versorgt und erreicht. Seit 2003 gibt es einen Tunnel, den Gásadalstunnilin, der über eine Strecke von 1.5 km den Ort mit den restlichen Inseln verbindet.

Die über 700m hohen Berge die Gásadalur umschließen sind in dicke Wolken gehüllt.
Hier sollte man gut mit seiner Nachbarschaft auskommen.

Vom gut beschilderten Weg zum Wasserfall gibt es eine Abzweigung die einen kleinen Ausflug entlang der Klippen über den Ort hinauf ermöglicht. Der Weg ist durchgängig mit Pfählen markiert, vor allem um die Touristen von Abstechern in Richtung Klippen und Wiesen abzuhalten. Der kurze Spaziergang ist aber auf jeden Fall die halbe Stunde wert.

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kurzer Spaziergang in Gásadalur

Der GPX Track dazu kann hier runtergeladen werden: faroe02.gpx (2 Downloads)

Der Rückweg von den Klippen über der Siedlung führt direkt durch den Ort und wenn man die dortigen Häuser und die Landschaft die sie umgibt genauer betrachtet, kann man schon verstehen was die Menschen dazu bewegt an so einem abgelegenen Ort zu leben.

Diese Haus mit seiner einfachen aber einladenden Architektur hatte es uns angetan.

Von unserer Ankunft und dem ersten Tag auf den Färöer gibt es auch ein paar bewegte Bilder.

Die Galerie mit allen Bildern gibt es hier.

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