Von Þórsmörk zum Skógafoss

das DC3 Wrack und Vik

Der zweite Tag begann wieder mit Sonnenschein und blauem Himmel.

Die Trolle haben wie die Babys geschlafen. Der Ausblick vom Campingplatz „Básar“ auf die Berge und Gletscher der Umgebung war beeindruckend.

Die Trolle gönnten sich ein gutes Frühstück, sogar der Kaffee war an diesem Tag genießbar. Danach machten sie sich wieder auf den Weg.

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Route Tag 2

Das erste Tagesetappenziel sollte der „Skogafoss“ sein. Ein 62m hoher Wasserfall, der die Trolle mit einem dicken, fetten Regenbogen begrüßte. Sehr kitschig!

Einer Legende nach soll ein Siedler eine Kiste Gold hinter dem Wasserfall versteckt haben. Die Trolle können bestätigen, dass rundherum alles glitzert, aber den Schatz haben sie nicht gefunden. Dafür wurden sie mit einem eindrucksvollen Ausblick belohnt, als sie die Stufen neben dem Wasserfall hinaufgeklettert sind. Die IsländerInnen wissen, wie man Wasserfälle für Touristen begehbar macht. 😉

Ca. in der Hälfte der Raufkraxelei gibt es eine Art natürlichen Aussichtspunkt, der etwas weniger überlaufen mit Menschen war, da kein gesicherter Touri-Weg hinüberführt. Die 4 weiblichen Trolle haben die Chance für ein paar kitschige Fotos genutzt, denn auch hier gab es einen Regenbogen zu sehen. Schon wieder!

Danach verließen die Trolle diesen hübschen Ort, denn die Masse an menschlichen Rindviechern, die dort herumirrten war ihnen etwas zu viel.

Das zweite Tagesetappenziel war das sogenannte „DC-3 Wrack“. Ein 4km langer Weg führt von der Straße zum Wrack, die Trolle haben für eine Richtung genau 40 Minuten gebraucht. Nicht alle Trolle haben das Schild am Anfang des Weges gesehen und sind einfach drauflos marschiert. Nach einer gefühlten Ewigkeit, das Wrack war weit und breit nicht zu sehen, die Autos schienen aber auch schon am Horizont zu verschwinden, klärte der Foto-Troll die anderen über die Entfernung auf. Zum Glück blies der Wind sehr kräftig, sonst hätte es auch eine Wüstenwanderung sein können.

Dieses Flugzeug der US Navy ist im Jahr 1973 auf dem Strand an der Südküste Islands notgelandet. Glücklicherweise überlebten alle Insassen. Ursprünglich wollte die Mannschaft im Norden der Insel landen, doch aufgrund plötzlicher Wetterveränderungen, die auch die Trolle noch zu spüren bekommen sollten und die typisch für Island sind, fielen die Triebwerke aus. Die Mannschaft war zur Landung gezwungen. Um nicht in einer Felswand zu sterben, entschied sich ein junger Pilot im Meer zu landen. Als er jedoch durch die Wolkendecke flog, erkannte er, dass er bereits über einer Mondartigen Landschaft flog und konnte so alle retten.

Sigur Rós erwähnte das Wrack in seiner Dokumentation „Heima“. Mittlerweile wird das Wrack als Motiv für Hochzeitsfotos verwendet und ein singender Bieber hat es als Kulisse für ein Musikvideo missbraucht.

Etwas verwirrte die Trolle allerdings sehr: die Einschusslöcher, die sie in den Wänden des Skelettes fanden. Der Türkis-Troll fand später heraus, dass diese entstanden sind, als der Besitzer des Grundstücks seine Freunde einlud und mit ihnen auf das Wrack schoss.

Als sie alles ausführlich besichtigt hatten (so viel ist dann auch wieder nicht mehr übrig vom Flugzeug) und der Stein-Troll noch schnell aufs Dach geklettert war (er ist jetzt vermutlich auf einigen Fotos von fremden Touristen zu sehen) traten die Trollen den Rückmarsch an.

Die nächste Station war Vík, der südlichste und regenreichste Ort Islands. Das mit dem Regen war den Trollen bereits am Hinweg klar, auch ohne die Info aus dem Reiseführer, denn eine dicke, fette Regenwolken und Regenschleier trübten die Aussicht auf das kleine Städtchen. Da sie alle nach ihrer Wanderung zum Wrack sehr hungrig waren, gönnten sie sich im „Halldórskaffi“, einem sehr gemütlichen und hübschen Lokal, ein Mittagessen.

Dann konnten sie es kaum erwarten, endlich zum wohlbekannten schwarzen Strand zu gelangen.

Wunderschön anzusehen sind die Klippen, auf denen es sich die Trolle für ein Gruppenfoto bequem gemacht hatten, und die Felsnadeln „Reynisdrangur“, die aus dem Meer ragen.

Die Wellen am schwarzen Strand sind nicht zu unterschätzen! Ein Filmteam einer deutschen Uni und auch der Foto-Troll musste einige Male mit ihrer Ausrüstung landeinwärts flüchten.

Da es in Vík auch den restlichen Tag noch regnen sollte, entschieden die Trolle nicht dort ihre Zelte aufzuschlagen, sondern fuhren weiter nach Hella. Der Campingplatz hat neben kleinen Hütten und einem Fluss noch einen Gemeinschaftsraum mit mehreren Kochmöglichkeiten zu bieten. So genossen die Trolle ein Abendessen umgeben von vier Wänden und einem Dach.

Nach dem ersten Tag mit richtig isländischem Regenwetter, genossen die Trolle ihre trockenen Zelte und hätten sie geahnt wie die nächste Nacht wird, hätten sie es noch mehr genossen! 😉

Text: Kathi

Fotos: Patrick

Die Galerie mit allen Bildern gibt es hier.