Vulcano

Vulcano

Vulcano – Welche darf es denn sein? Die liparischen Inseln stellen einen vor die Qual der Wahl sofern die Zeit begrenzt ist. Von den sieben bewohnten Inseln des nördlich von Sizilien gelegenen Archipels entschieden wir uns für Vulcano.

Die Anreise erfolgte per Schnellboot von Milazzo aus. Wie wir dort lernten gelten die allgegenwärtigen Parkverbote nur in den Sommermonaten und so konnten wir das Auto direkt am Hafen stehen lassen. In letzter Minute erreichten wir das Schnellboot der Liberty Lines das die beiden Inseln mehrmals am Tag miteinander verbindet.

Die Fahrt dauert keine volle Stunde und kurz vor der Ankunft auf Vulcano wird man bereits olfaktorisch daran erinnert daß man eine Vulkaninsel besucht.

Die Zahl der Besucher hält sich Ende März sehr in Grenzen und neben den Einheimischen verließen nur wenige Touristen mit uns gemeinsam das Schiff.

Kraterwanderung Vulcano

Der Hafen ist klein und der Weg eigentlich vorgegeben. Folgt man der “Hauptstraße” Richtung Südwesten stoßt man schnell auf die Abzweigung zum Pfad auf den Vulkan. An dieser Stelle wird man mit einem Schild darauf hingewiesen, daß man sich den Fumarolen, oder wie zu lesen – den Rauchstellen – nicht zu weit nähern sollte. Wie sich später zeigte nahmen sich das nur wenige zu Herzen. Was man sich auf jeden Fall der eigenen Gesundheit wegen sparen sollte sind Ausflüge in den Krater selbst. Der Heliport am Gipfelgrat zeigte uns später dass es wohl doch oft genug Helden gibt die ihren Mut unter Beweis stellen. Zitat aus Wikipedia: Das Einatmen der vulkanischen Gase stellt generell eine erhebliche Gefahr dar. Das gilt insbesondere für den Kraterbereich, in dem große Gasmengen entweichen. Je nach Witterung ist das Gas nicht durch seine Dampfschwaden sichtbar. Ein Abstieg in den Kratertrichter kann je nach Windstärke durch die dort höhere Konzentration der giftigen Gase tödlich enden.

Der Weg nach Oben

Der Pfad selbst führt durch zuerst noch spärliche Vegetation und später schnell durch diverse Geröllfelder. Die letzten Ausbrüche des Vulkans liegen erst knapp über 100 Jahre in der Vergangenheit und die Gesteinsformationen geben einen guten Einblick in die Geschehnisse.

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Wanderung Vulcano

Am Weg nach oben müssen immer wieder kleine Schluchten überwunden werden und man merkt daß sich die Landschaft hier aufgrund der Erosion des losen Gesteins ständig verändert.

Der Weg nach oben ist gut beschildert und wegen der fehlenden Vegetation hat man ihn auch immer gut im Blick. Nach circa 280 Höhenmetern erreicht man erstmals den Kraterrand an der Nordseite. Der Ausblick mit den aktiven Fumarolen und dem rundum liegenden Ozean macht den Aufstieg sofort vergessen und man möchte jetzt natürlich sofort ganz auf den Gipfel, von dem einen noch etwa 100 weitere Höhenmeter trennen.

Oben am Krater

Eigentlich war es ja unser Plan den Krater einmal komplett zu umrunden, aber die herrschenden Windverhältnisse und der doch recht starke Dampf aus den Fumarolen hinderten uns daran. Also ging es in die entgegengesetze Richtung zum Krater hinauf.

Am Südrand des Kraters hat man dann noch eine bessere Aussicht auf die naheliegenden Inseln. Ganz im Vordergrund die namengebende Insel Lipari und dahinter gut zu sehen, der Schichtvulkan von Salina.

Am Gipfel angekommen machten wir eine Pause und genossen die Aussicht in Richtung Norden. Der Rest der Insel Vulcano ist dicht bewachsen und im Kontrast zum Vulkan auch um diese Jahreszeit sehr grün.

Auf dem Rückweg, der uns in die gegengesetzte Richtung führte, beschlossen wir uns die Fumarolen noch einmal genauer anzusehen.

In den Bereichen in denen der heiße Dampf austritt sammelt sich jede Menge reiner Schwefel und bildet einen surrealen gelben Gegensatz zum Blau des Himmels und des Ozeans.


Der Weg nach untern ist dann deutlich schneller erledigt als der Aufstieg und passender Weise lag am Ende ein typisch italienisches Café. Nach einem Eis und Cappuccino in der Sonne blieb uns noch Zeit bis zu unserer Rückfahrt. Also besuchten wir noch das direkt neben dem Hafen liegende Tote Feld.

Das Tote Feld

Als erstes fällt einem der Grundwasserschlammpool auf den viele Gäste als Kurbad interpretieren. Aufgeheizt durch die heißen Dämpfe hat er ganzjährig eine Temperatur zwischen 35 und 52°C.

Die direkt daneben liegende Küste wird von einer Kette von Fumarolen durchzogen die das Meer in diesem Bereich auch im Winter und Frühling auf Badetemperaturen bringen.

Die zum Teil giftigen Gase und die hohen Temperaturen sorgen für eine lebensfeindliche Umgebung. Dementsprechend findet sich in diesem Bereich keinerlei Vegetation im Wasser oder an Land. Die Fumarolen unter Wasser sorgen für einige chemische Reaktionen die zur Entstehung von Gips, Schwefel, Salmiak oder Sassolin führen. Vor allem den Gips konnte man an den Badehosen der Besucher gut sehen. Eine Einwegbadehose – oder eben gar keine – ist für den Fall wohl eine gute Wahl. Wir begnügten uns damit, unseren von den letzten Tagen geschundenen Füßen, im warmen Wasser etwas Erholung zu verschaffen.

Zum Abschluss unseres Besuches auf Vulcano machten wir einen kurzen Strandspaziergang der uns ein paar letzte Blicke auf den allgegenwärtigen Vulkan ermöglichten.

Im Video gibt es wieder ein paar Eindrücke in Form von bewegten Bildern.

Am nächsten Tag am Flughafen von Catania offenbarte sich uns dann das erste mal seit unserer Ankunft der Ätna in seiner vollen Pracht. Wir müssen wohl oder übel wiederkehren auf diese so vielseitige und spannende Insel.

Die Galerie mit allen Bildern gibt es hier.

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