Färöer – Streymoy – Tjørnuvík – Saksun

Färöer – Streymoy – Tjørnuvík – Saksun

Streymoy

Wanderung von Tjørnuvík nach Saksun

Bei der Wanderung von Tjørnuvík nach Saksun handelt es sich wie bei vielen Wanderungen auf den Färöer nicht um einen Rundwanderweg. Will man die gesamte Route machen bleibt einem nur die Option den selben Weg zurückzuwandern.

Wir beschlossen nur die Hälfte der Wanderung von Tjørnuvík aus zu machen, umzukehren und dann mit dem Auto nach Saksun zu fahren um dort im Anschluß durch den Fjord zu wandern.

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Tjørnuvík nach Saksun

Den GPX Track zur Wanderung kann man hier runterladen:  faroe03.gpx (2 Downloads)

In Tjørnuvík gibt es ein paar Parkplätze direkt am Strand und wenn man früh genug vor Ort ist, sollte es kein Problem sein einen davon zu ergattern.

Die Orientierung in Tjørnuvík fällt aufgrund der Größe nicht schwer.

Vom dunklen Sandstrand aus hat man bei guter Sicht einen tollen Blick auf den “Riesen und das Weib” – Risin und Kellingin, zwei gut 70m hohe Steinsäulen um die sich eine bekannte Sage rankt.

Island hatte die Absicht, die einsam im Nordatlantik schwimmenden Färöer zu sich heranzuziehen.So beauftragte Island einen Riesen und dessen Frau, das Vorhaben zu vollenden. Beide errichten auftragsgemäß den äußersten nordwestlichen Berg Eiðiskollur. Der Riese blieb im Meer stehen, während das Trollweib den Berg erklomm, um die Färöer zusammenzubinden und sie dann dem Riesen auf den Rücken zu schieben. Ihr erster Griff war so kräftig, dass der nördliche Teil des Berges Eiðiskollur sich abspaltete.Daraufhin versuchte sie das Seil an einer anderen Stelle des Berges zu befestigen. Aber auch das war mit Schwierigkeiten verbunden. Das Bergsockel war fest und die Inseln nicht leicht zu bewegen.Es wird weiter berichtet, dass sich das Trollweib noch beim Morgengrauen auf dem Berg befand. Sie fürchtete die Tageshelle und deshalb beeilte sie sich, schnell zum Riesen hinunter zu kommen, welcher, noch im Meer stehend, auf sie wartete. Leider hatten sie für die Vorbereitungen zu viel Zeit benötigt, denn im selben Augenblick als sie sich auf den Rückweg begaben, der Riese voran und hinter ihm das Trollweib, stieg die Sonne in vollen Glanze aus dem Meer empor und versteinerte beide.Hier stehen sie heute noch und blicken sehnsüchtig ihrer Heimat entgegen, ohne sie wieder erreichen zu können. (Wikipedia)

Risin und Kellingin blicken sehnsüchtig in Richtung Island.

Der Einstieg zum Wanderweg ist gut beschildert und startet am westlichen Ortsrand. Zu Beginn geht es über saftige Wiesen und die üblichen Wasserläufe und während man schnell an Höhe gewinnt sollte man sich immer wieder mal umdrehen, denn der malerisch gelegene Ort Tjørnuvík sieht mit seiner Küste von oben noch viel schöner aus.

Tjørnuvík ist leicht zu überblicken.
Die Bucht von Tjørnuvík und rechts im Bild die einspurige Straße die den Ort mit der großen weiten Welt verbindet.

Auf ca. 120m Seehöhe erreicht man ein kleines Tor das von beiden Seiten beschriftet ist und einem klar macht dass man am Richtigen Weg, in unserem Fall nach Saksun, ist.

Das einzige von Menschenhand gemachte Hindernis am Weg nach Saksun.

Wie auf den Färöer üblich folgt man nun brav den Steinmännern während man kontinuierlich an Höhe gewinnt. Größere und kleinere Wasserfälle begleiten einem auf dem zum Teil recht steil werdenden Aufstieg.

Einer der größeren Wasserfälle auf etwa 170m Seehöhe.

Nach etwas mehr als einer Stunde erreicht man eine Hochebene und die restlichen Höhenmeter bis auf 515m erweisen sich als deutlich weniger anstrengend.

Dieser 2m hohe Steinmann sollte für jeden auffindbar sein.
Auch von der Hochebene aus hat man einen wunderbaren Ausblick.

Kurz vorm Erreichen unseres Ziels befindet sich auf der linken Seite ein Gipfel namens Melin, der mit 764m noch einmal deutlich höher liegt.

Der Gipfel Melin (764m).

Ungefähr auf der Hälfte des Weges nach Saksun war für uns Endstation und wir konnten ein wunderbares Panorama über ein dem erklommenen Grat zu Füßen liegendes Tal genießen.

Blick vom Grat auf 515m Seehöhe. Der Wanderweg nach Saksun führt am links gelegenen Hang weiter.

Nach einer wohlverdienten Pause machten wir uns auf den Rückweg hinunter nach Tjørnuvík. Wie schon beim Aufstieg waren trotz Hauptsaison und bestem Wetter kaum Wanderer unterwegs und auch beim zweiten mal konnten wir uns nicht an der Landschaft satt sehen.

Blick über die Hochebene mit dem Atlantik im Hintergrund.
Der Weg ist stets gut zu erkennen und man hat vor allem am Rückweg immer das Ziel im Blick.
Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns.

Bereits vor dem Abmarsch wurden wir im Dorf auf Kaffee und Kuchen eingeladen, was wir aber auf unsere Rückkehr verschoben. Die Waffeln und der Kaffee waren eine Wohltat nach der Wanderung und nur ungern verließen wir Tjørnuvík um nach Saksun weiterzufahren.

Ein klassisches Dach auf den Färöer. Der einzige im Überfluss vorhandene Baustoff wird bei den meisten Häusern verwendet.

Bewegte Bilder und die Erkenntnis dass 12°C Lufttemperatur zum Baden ausreichen gibt es im Video.

Die Autofahrt nach Saksun ist kurzweilig und führt einen durch ein wunderschönes Tal – Saksunardalur – an dessen Ende der Ort mit seiner Bucht und dem Fjord wartet.

Saksun

Fjordwanderung

Der Ort Saksun ist einer jener Orte der wohl von jedem Färöer Reisenden besucht wird. Dementsprechend trifft man dort auch auf ein paar mehr Menschen als man es eigentlich von den Inseln gewohnt ist. Das heißt aber nicht dass sich Touristenmassen dort aufhalten, man kann sich weiterhin gut aus dem Weg gehen.

Wie viele Orte auf den Färöer hält sich die Einwohnerzahl in Grenzen. 2015 schaffte es man mit 10 Menschen gerade noch zweistellig zu sein. Dementsprechend ist Der Ort selbst mit seiner idyllisch gelegenen Küste schnell besichtigt und auf der anderen Seite des nahe gelegenen Flusses findet man einfach den Einstieg zum Fjord Wanderweg. Hier ist Vorsicht geboten, denn abhängig von den Gezeiten kann der Weg auch unpassierbar sein.

Auch die winzige Kirche in Saksun wurde von den Dachdeckern wie üblich begrünt. Sie stand ursprünglich in Tjørnuvík, wurde dort aber abgebaut, über den Wanderweg nach Saksun gebracht und hier wieder aufgebaut. Verstehen muss man das aber nicht.
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Fjordwanderung in Saksun

Den GPX Track gibt es hier als Download:  faroe04.gpx (1 Download)

Eine einsame Hütte in der Bucht. Der See wird vom Wasserfall als auch einem Fluss versorgt, ist aber auch direkt mit dem Meer verbunden.

Zu Beginn folgt der Weg dem Fluss durch ein Tal bis zum See an dessen Südufer man weiter zu einer ausgedehnten Sandbank wandert.

Entlang eines Flusses geht es zu Beginn in Richtung Fjord.
Dieser Angler war hauptsächlich mit Telefonieren beschäftigt, der Fischfang stand wohl an zweiter Stelle.
Blick von der Sandbank in Richtung Saksun.

Nach ungefähr 2,8km erreicht man das Ende des Weges. Vor einem liegt der Atlantik und ein langer unberührter Sandstrand der zum Verweilen einladet.

Der Atlantik eingerahmt von 600m hohen Steilküsten.

Am Rückweg durch den Fjord erkannten wir wie unterschiedlich doch das Temperaturempfinden der Menschen ist. Während wir zumindest in drei Lagen gehüllt durch die Landschaft wanderten, machte sich eine färörische Familie in Badehosen und T-Shirt auf den Heimweg vom sonntäglichen Badeausflug. Vielleicht sollte an dieser Stelle erwähnt werden dass der Atlantik im Juli ca. 10°C Wassertemperatur hat. Ein gewisser Sebastian Kneipp hätte sicher applaudiert.

Auch kurz vor 20 Uhr macht die Sonne zu dieser Jahreszeit wenig Anstalten hinter dem Horizont zu verschwinden.
Beim Rückmarsch war die Bucht schon ziemlich menschenleer.

Das Video dokumentiert die Fahrt durch das Saksunardalur und die Wanderung zur Atlantikküste.

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